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FRANKFURT * Stadt Land what?

Stadt, Land, what? Kolumne zur Frankfurt von meine-kleine.de
Stadt, Land, what? Kolumne zur Frankfurt von meine-kleine.de

Ihr Lieben,

seid ihr Stadt – oder Landmenschen?

Ich habe mich immer direkt als Stadtmensch bezeichnet, wenn ich gefragt wurde. Aufgewachsen in einem kleinen Dörfchen in Hessen mit sage und schreibe 2 Telefonzellen und einer Post. Damals. Nach dem Studium zog ich in die Großstadt und war glücklich. Mitten im Trubel, fußläufig zum Main, abends das Gelächter und Gedröhne der vielen Junggesellenabschiede vor dem Fenster. Nicht, dass ich das Angebot regelmässig genutzt hätte, aber direkt in die Stadt laufen zu können, an den Main und auf den grossen Wochenmarkt war für mich schon immer ein Zeichen für Lebensqualität.

Ich konnte mich daher auch mit den irren Mietpreisen abfinden und dem Balkon statt Garten, wegen der zentralen Lage. Ihr wisst ja – Lage Lage Lage ist das was bei einer Immobilie zählt.

Nun wohnen wir also schön zentral in Sachsenhausen, haben den Markt und den Main quasi vor der Tür und kennen alle Spielplätze im Block. Von denen gibt es wirklich einige. Die Stadt hat sich beim Erbauen viel Mühe gegeben. Frankfurt ist gerade im Süden grüner als Ihr denkt. Mit dem Rad sind wir ratzfatz zur Fasanerie, zum Patershäuser Biobauernhof oder zum Zoo geradelt. Auch in unserem Viertel gibt es tolle Ecken für Familien, wie ich es hier schonmal aufgeschrieben habe.

Worauf möchte ich hinaus?

Dienstag an meinem freien Tag waren die Kleine und ich unterwegs auf der üblichen Tour. Gemütlich frühstücken, auf dem Markt einkaufen und dann weiter zum grossen Spielplatz am anderen Eck des Viertels. Was wir vorfinden ist wohl der Zustand nach einer Party. Unter dem Kletterhäuschen sind ca 15 Flaschen kleiner Feigling (muss ich das jetzt als unangefragte unbezahlte Werbung kennezeichnen?!), mit und ohne Verschlusskappe. Im Sandkasten liegen Bierflaschen und barfuß laufen können die Kinder auf dem Mulch heute leider nicht, weil überall Scherben sind. In dem kleinen Häuschen unter der Rutsche schläft ein Jugendlicher (seinen Rausch) aus. Hier wird sich heute vormittag wohl kein Kind verstecken können.

In diesen Momenten verfluche ich es, dass wir in der Großstadt leben. Und würde mir wünschen wir hätten ein kleines Häuschen mit Garten auf dem Ort.

Klar, Feiern gibt es auch in einem 200-Seelen-Dorf – aber nicht so, oder?

Mein Mann würde lieber gestern als heute aus der Stadt rausziehen.

Mir zuliebe zieht er immer wieder in die Stadt. Ein kleines Haus mit Garten, wo er Fussball spielen/gucken und grillen kann. Das wäre sein Traum. Täglicher Plausch und Bierchen/Kaffee mit den Nachbarn (über den Zaun oder bei denen oder bei uns). Jeder kennt jeden und weiss wo er ein Ei oder Zucker leihen kann (wobei – habt ihr das jemals schon zurückgegeben? In unserem Haus ist eine lustige Tauschmentalität. Jemand leiht sich etwas aus und bringt etwas anderes zurück. Zum Beispiel 2 Zucchini gegen eine Schale Ockstädter Kirschen 🙂 )

Wo war ich? Genau. In diesem kleinen Fleckchen Paradies ausserhalb der Stadt wo sonntags alle Männer in der Einfahrt stehen, das Auto waschen und die Kinder auf der autofreien Spielstrasse mit Kreide malen und Gummitwist machen.

Mag sein, dass ich etwas viel ferngesehen habe. Seit wir eine kleine Familie sind finde ich den Gedanken aus dem Trubel weg zu ziehen und Kultur/Party/zentrales Wohnen gegen Dorfbäckerei/Waldorfkindergarten/Haus mit Garten zu tauschen immer ansprechender.

Leider sind auch im Raum Frankfurt, ich sag mal plus minus 30-40km Umkreis, die Häuser kaum zu bezahlen. Oder so marode, dass sie erst saniert werden müssen. Um dann wieder nicht bezahlbar zu sein.

Wir bleiben dran.

Ich bin mir sicher, dass Kinder egal ob Stadt oder Land gleich gut aufwachsen, wenn Liebe und Zeit vorhanden sind. Ganz klar. Und ob die Stadtkinder dann erst später lernen, dass Kühe nicht lila sind ist ja auch nur daher gesagt 🙂

Wir seht ihr das Ganze? Wohnt ihr mittendrin oder schon im Grünen?

Liebe Grüsse,

Eure Laura

 

 

 

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