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MAMA * Mama-Auszeit im Alltag mit einem Kleinkind

Wo bleibt eigentlich die Zeit für mich oder die sogenannte Me-time? Wer ruft ‚Halbzeit!‘ oder ‚Auszeit!‘?

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich dies vor dem Mama-Sein deutlich unterschätzt habe. Dass man selber einfach erstmal auf der Strecke bleibt. So völlig. Keine Auszeit in Sicht. Weit und breit. Das kleine warme Wesen bestimmt deinen Tag, dein Leben. Wann du isst, wann du schlafen darfst, wann du entspannen kannst, wann nicht. Unsere Tochter ist wundervoll und bereichert jeden Tag in unserem Leben. Ich könnte mir einen Tag ohne sie nicht mehr vorstellen und vermissen sie schon, wenn mein Mann mit ihr einkaufen geht. Trotzdem möchte ich wieder anfangen kleine Zeitinseln für mich in den Alltag einzubauen. Ganz für mich alleine. Ohne immer mit einem Ohr bei dem Kind zu sein. Ob die Mama arbeiten geht oder zu Hause ist – gerecht wird sie doch keinem. Meist arbeitet man ein Vollzeitpensum in der Teilzeitstelle und wuppt den Haushalt noch nebenher. Oder ist rund um die Uhr für den Nachwuchs da, wickelt, kocht, füttert, räumt auf, bespasst, tröstet .. ihr kennt das.

Alles ist anders. Bunter. Voller. Wilder. Unberechenbarer. Schöner.

Meine Freundinnen hatten mir schon vorhergesagt, dass man als Mutter oft zweifeln würde, ob man alles richtig macht. Zuvor war ich eine voll im Leben stehende Frau mit einem anspruchsvollen Job, die gerne und schnell entscheidet. Hier gab es Auszeiten, wenn ich sie brauchte und mir einfach genommen habe. Nichts mag ich weniger als Menschen, die immer nur reden (am Besten über sich selbst) und nichts tun. Heute bin ich einiges weicher geworden, emotionaler und hadere mit Entscheidungen. Kennt ihr das? Manchmal vermisse ich mein altes Ich, das sorglos in den Tag lebte, gerne ausschlief, mit dem Rucksack durch die Welt tingelte und halbwegs geregelte Arbeitszeiten hatte.

Leben 2.0

Im Urlaub konnte ich einen kleinen Blick auf mein altes Leben erhaschen. Es lag am Strand auf einer Liege im Halbschatten, las seit 2 Stunden ein dickes Buch und drehte sich von Rücken auf Bauch und zurück weil es so heiss war. Der Mann daneben lag in der prallen Sonne mit der Liege akkurat dem Sonnenstand angepasst und grillte sich was das Zeug hielt. Im neuen Leben, nennen wir es 2.0, spielt das kleine Töchterchen intermittierend mit bunten Stapelbechern und Fundstücken im Schatten. Sie winkt anderen Gästen freundlich zu, geht auch mal näher um sie direkt zu inspizieren oder ihnen ein Stück Banane anzubieten. Nach 20min hat sie keine Lust mehr auf Sand und Sonne, wir packen zusammen und verlassen den Strand.

Heute fange ich an

Ich habe mir vorgenommen nun jeden Tag eine kleine Auszeit zu organisieren. Um vielleicht auch wieder ein bisschen zu meinem alten Ich zu finden. Sei es abends zu schreiben mit einer Tasse Tee und einem Schokoriegel und den Wäscheberg mal stehen lassen. Oder am Wochenende statt des Hausputzes lieber ein paar kleine Taschen zu nähen und gute Musik dazu zu hören. Mir auch mal Blumen zu kaufen. Oder etwas gönnen (damit habe ich im Urlaub angefangen 🙂 ). Ich bin gespannt ob ich das beibehalten kann.

Wie sehen Eure Auszeiten aus? Und was sind Eure Tipps wie man sie im Alltag unterbringt?

 

Macht es euch schön,

 

Eure Laura

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