Zum Inhalt springen

MONTESSORI * Hört auf Euren Kindern ständig zu helfen

Heute geht es um ein Thema das mir neben der respektvollen Kommunikation mit Kindern und ihrer Integrität sehr am Herzen liegt. Ihr Selbstvertrauen. Eigentlich passt es nicht so richtig in die Rubrik Montessori sondern eher vielleicht zu Kleinkind oder Familie oder Mama oder oder oder. Egal.

Hört auf Euren Kindern ständig zu helfen. Sie brauchen Eure Hilfe nicht. meine-kleine.de
Hört auf Euren Kindern ständig zu helfen. Sie brauchen Eure Hilfe nicht. meine-kleine.de

Unsere Kinder sind jung, kleiner als wir, sehen schutzbedürftig aus und scheinen uns permanent zuzurufen: hilf mir, ich schaff das nicht.

Stop.

Unsere Kinder haben in ihrem kurzen Leben auf Erden schon eine irrsinnige Entwicklung durchgemacht. Sie können sich selbstständig bewegen und Nahrung zu sich nehmen. Sie zeigen uns genau was sie möchten und was nicht. Und haben oft einen unbändigen Willen etwas zu wollen oder zu tun.

Worauf möchte ich hinaus?

Kinder lernen durch all ihre Taten, jeden Tag, jede Minute. Läuft das Wasser immer aus dem Glas, wenn ich es umdrehe? Fällt die Erdbeere immer auf den Boden oder fällt sie auch mal nach oben? Passen beide Schuhe am beide Füsse? Kann ich die Mütze auch andersrum aufsetzen? Es gibt es kein falsch oder richtig. Alles sind wichtige Erfahrungen. Die sie alleine machen.

Was passiert nun wenn wir den Kindern immer helfen?

Stellen wir uns vor das Kind möchte die Nudeln mit der Gabel beim Essen aufspiessen. Es schafft es nicht beim ersten Mal. Auch nicht nach fünf Versuchen. Es ist frustriert. Wir haben Mitleid/sind ungeduldig/geht uns nicht schnell genug.


A) Wir machen das was alle machen: Soll ich dir helfen? Und füttern es. Möööp. No go.

Message an das Kind: Ich sehe/glaube du schaffst es nicht. Ich traue es dir nicht zu und füttere dich daher.


B) Wir zeigen es dem Kind nochmal und führen seine Hand.

Message an das Kind: Ich sehe es klappt noch nicht. Ich denke du hast es noch nicht ganz begriffen und zeige es dir nochmal. Geht.


C) Wir warten. Und warten. Und warten. Erfahrungsgemäß schafft es das Kind dann nämlich doch irgendwann. Und alles im kleinen Gesicht leuchtet auf vor Freude und Stolz es selbst geschafft zu haben. Optimalfall.


Warum Kinder keine ständige Hilfestellung brauchen

Wann darf ich meinem Kind helfen?
Wann darf ich meinem Kind helfen?

Kinder können viel mehr als wir ihnen zutrauen. Gestern noch gleiten sie beim Versuch die Rutschenleiter hochzuklettern ab und verletzen sich dabei. Heute versuchen sie es erneut und kraxeln wie eine Gemse fast ganz alleine hoch.

Unsere Hilfe ist immer dann erlaubt, wenn das Kind etwas durch äußere Umstände nicht schaffen kann. Ganz ehrlich sitze ich hier und mir fällt im ersten Moment nichts ein. Jetzt doch. Z.B. wenn das Kind im Fahrstuhl den Knopf drücken möchte der einfach einen halben Meter weiter oben ist. Dann können wir helfen. Oder wenn es irgendwo hin/hoch/runter möchte und die Distanz für den kleinen Körper nicht überbrückbar ist. Oder es einen Pullover über den Kopf anziehen will, der oben noch zugeknöpft ist und der Kopf niemals durchpassen würde. Ihr versteht was ich meine?

Wie komme ich aus der Helfen-Falle heraus?

Versucht Euch mal im Alltag zu beobachten wie oft Ihr Euren Kindern helfen wollt oder ihnen auch einfach „egoistischerweise“ helft, damit es (für Euch) schneller geht.

Es gibt diesen Mama-Haargummi-Trick, den ich bei Kelly von happyyouhappyfamily.com gelesen habe. Ihr Artikel dazu heisst How to Stop Being an Angry Mom Now…Using 5 Hair Ties. Für mich fällt er aufgrund der Kurzhaarfrisur raus :). Vielleicht klappt er aber für Euch. Zieht morgens einfach sagen wir mal 5 Haargummis am rechten Handgelenk an und jedes Mal, wenn Ihr Euch beim „helfen“ ertappt, dann wandert ein Gummi nach links. Ihr könnt auch 10 nehmen (denn man hilft ganz schön oft unbewusst), aber das stelle ich mir unbequem und hinderlich vor. Ich hab am Liebsten gar nichts an den Händen, noch nicht mal eine Uhr.

Abends wir dann gezählt!

Ich versuche das „Nicht-helfen“ jeden Tag zu leben. Mal klappt es super, mal ertappe ich mich in einer Ungeduldsphase und helfe nach.

Wie ist Eure Erfahrung mit dem voreiligen Helfen? Erwischt Ihr Euch auch ständig dabei? Allein heute morgen hätten bei mir 3 Haargummis die Seite gewechselt … ich bleib dran 🙂

Liebe Grüsse,

Eure Laura

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.