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MONTESSORI * Wie viele Spielsachen braucht ein Kind wirklich? In 4 Schritten zu mehr Platz im Kinderzimmer

Wie viele Spielsachen sind okay? Montessori Rat von meine-kleine.de
Wie viele Spielsachen sind okay? Montessori Rat von meine-kleine.de

Hilfe, noch mehr Spielsachen!

Ostern steht vor der Tür und die Geschenkewelle naht. Aus diesem Anlass möchte ich Euch einen Einblick in unser Montessori-inspiriertes Zuhause bezüglich der Spielewelt geben. Das Schöne in der heutigen Zeit ist, dass sich jeder einfach das Beste aus allem heraussuchen kann. Welch Luxus! Bei uns ist es eine Mischung aus Montessori, Attachment parenting, Minimalismus und eigenem Stil.

Unser Montessori-inspiriertes Zuhause

Montessori bedeutet für uns, dass wir unserer Tochter helfen selbstständig zu sein. Es geht um ein kindgerechtes Umfeld wie ich es in diesem Beitrag über respektvolle Kommunikation schon einmal beschrieben habe. Wir leben nicht alle Montessoei Prinzipien. Es gibt kein Bodenbett, keinen Unterricht zu Hause oder minutenlanges Umblättern (die Frau in diesem Video hat echt Geduld). Trotzdem gibt es Vieles, das mir gefällt und das wir in unseren Alltag integriert haben. Gerne möchte ich euch heute zeigen welchen Weg wir bezüglich geeigneter Spielsachen hinter uns haben.

Schon vor der Geburt bekommen werdende Eltern allerlei Spielsachen geschenkt. Nützliches, Schönes, in den meisten Fällen lieb Gemeintes. Leider oft aus Plastik. Quietschtbunt. Und mit Tönen. Fisher Price lässt grüssen. Klar, Kinder finden das toll, unsere Tochter auch. Aber wisst Ihr was – wenn es nicht da ist wird es nicht vermisst.

1. Schritt: Spielsachen aussortieren – was ist geeignet und was nicht?

Beim Einrichten des Kinderzimmers packten wir die Kisten aus. Spielsachen hier, Spielsachen da, in dieser Kiste noch ein paar Autos, inzwischen drei Familienpackungen duplo-Steine .. oh je. Irgendwie wurde mir das zu viel. Überall lagen Spielsachen und unsere Tochter mittendrin.

Nachdem ich mich zunehmend mit Montessori und Minimalismus beschäftigt habe wurde erstmal aussortiert.

Weg bzw. zum Flohmarkt kam alles:

— Doppelte

— Defekte und/oder Irrreparable

— aus Kunststoff 

— Batteriebetriebene

— Ähnliche ( z.B. 2 Sets Stapelbecher)

— was nicht dem Alter entspricht

Ha, da kam ganz schön was zusammen! Ich war zuvor der Meinung, dass wir relativ wenig Spielsachen besitzen. Ein paar Ausnahmen habe ich behalten, wie den singenden Badewannenfisch Nemo, 3 gelbe Matchbox Autos, weil das die Lieblinge meiner Tochter sind und ein Set bunter Stapelbecher.

An Weihnachten kamen ein paar Montessori Klassiker dazu: Grimms Regenbogen, ein schöner Stapelturm aus Holz und wechselnde Activity Trays zu denen ich nochmal gesondert berichten werde. (Acitivity Trays sind schlichte Holztabletts mit ausgewählten Spielsachen, die eine Fähigkeit schulen, z.B. nach Farben sortieren, umfüllen, zuordnen etc. Manchmal heissen sie auch „Busy boards“, einen geeigneten deutschen Begriff habe ich noch nicht gefunden.)

Ich bin grosser Fan von Ausmisten und Entrümpeln, daher fiel mir dieser erste Schritt leicht. Geblieben sind zum Beispiel Bücher, Bauklötze und Musikinstrumente, alle Spielsachen aus Holz, Naturmaterialien oder Stoffen. Generell ist die Idee dahinter, dass Kinder mit hochwertigen natürlichen Materialien spielen auch um Wertigkeit und Sorgfalt zu vermitteln. Freies Spiel gelingt am besten, wenn sie ihre Fantasie nutzen können und das Spielzeug nicht schon das Spiel vorgibt.

Am Anfang war ich skeptisch, da das bunte, laute Spielzeug einfach viel interessanter war. Nach dem Aussortierten wird es jedoch nicht vermisst. Aus den Augen aus dem Sinn. Probiert es aus!

2. Schritt: Wie werden die Spielsachen am Besten angeboten?

Im Wohnzimmer wo unserer Tochter gern spielt (weil sie gern in Gesellschaft ist), gibt es ein paar Dauerbrenner. Eine Bücherkiste steht immer auf dem Boden, sowie eine Kiste mit Bausteinen. Im unteren Regal wechsele ich Spielsachen durch je nachdem was sie gerade mag – und wenn ich daran denke. Aktuell haben wir den Stapelturm, einen Motorikwürfel, ein Holzpuzzle, ein Glas mit gemischten Fundstücken unserer Spaziergänge und ein Körbchen mit Musikinstrumenten. Eine weitere Kiste mit vererbten Spielzeugautos (kein Montessori, macht uns nicht) steht im unteren Küchenregal. Die festen Plätze helfen bei der Selbstständigkeit und beim Aufräumen. Weiterhin ist es sinnvoll die Materialien unfertig anzubieten, z.B. ein halbfertiges Puzzle oder einen halb aufgebauten Stapelturm, um die Kinder zum Spielen anzuregen.

Die Grundidee ist es das freie Spiel durch hochwertige schlichte Materialien zu inspirieren. Oftmals sind auch Alltagsgegenstände wie bunte Schnürsenkel, Löffel oder Gläser mit Schraubverschluss viel interessanter als das eigentliche Spielzeug. Bücher sind Schätze und werden als solche behandelt. Wir blättern die Seiten mit Sorgfalt um (so es die Geduld unserer Tochter zulässt) und legen sie nach Gebrauch oder spätestens abends wieder in die Bücherkiste zurück.

3. Schritt: regelmässiges Überprüfen und Austauschen der Spielsachen

So, die Spielsachen haben sich wahrscheinlich um die Hälfte reduziert (so war es zumindest bei uns) und liegen nun schön zum Spielen bereit. Einmal auf die eigene Schulter klopfen und ausruhen. Wichtig ist es jedoch die Spielsachen regelmässig zu überprüfen ob sie noch in Ordnung sind und sie auch gemeinsam mit den Kindern in Stand zu halten. Holzspielsachen können zusammen mit einem feuchten Tuch abgewischt werden, der Holztisch auch zweimal im Jahr geölt. Kindern lernen so auf ihre Dinge zu achten und sie zu pflegen. Sollte ein Spielzeug nicht mehr altersgerecht sein wird es weggeräumt. Aktuell Uninteressantes kann in eine Kiste verpackt werden und in ein paar Wochen nochmal reaktiviert werden. Lieber weniger Spielsachen anbieten und öfters austauschen. So bleiben die Sachen länger interessant.

4. Schritt: Montessori-geeignete Spielsachen

Ich hatte bereits oben beschrieben, welche Spielsachen Montessori-tauglich sind: hochwertige Naturmaterialien, Bücher oder auch Holzgearbeitetes um Fähigkeiten zu üben.

Bei howwemontessori.com habe ich eine Liste mit europäischen Etsy-Shops gefunden, die sich auf handgemachte Montessori Spielsachen spezialisiert haben. Schaut doch mal rein!

— Manine Montessori

— Bunny and Bella

— Absorbent Minds

— KhadineDECO

— Montessori Design by Nuccia

— LESekShop

— MimiaMontessori und viele weitere.

Auflistung zum Montessori-geeigneten Spielzimmer

Wunschvorstellung für die Zukunft

Wir haben jetzt ein paar Schritte Richtung weniger und dafür wertige Spielsachen getan. Nach und nach möchte ich die übrigen Kunststoffsachen noch loswerden oder durch Ähnliches aus besserem Material ersetzen.

Bei Kathrin von Nestling.org habe ich hier diesen tollen Artikel zum Ausmisten und Spielzeugfrei gefunden.

Eine Zwischenbilanz zum spielzeugfreien Kinderzimmer hat auch Isabel von Fräulein Kassandra in diesem schönen Blogartikel gezogen.

So einen spielzeugfreien Tag die Woche oder eine Woche im Monat würde ich auch gerne mal ausprobieren.

Was also zu Ostern wünschen?

Wie wäre es mit einem schönen Liederbuch, einem Gutschein für einen Ausflug in den Zoo/besonderer Spielplatz/Bauernhof oder ganz pragmatisch auch ein Geldgeschenk für eine tolle grössere Anschaffung?

Wie handhabt ihr das Spielzeug euer Kinder? Habt ihr schon einmal spielzeugfrei ausprobiert? Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen!

 

Eure Laura

 

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