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MAMA * Single-tasking ist das neue Schwarz

Single Tasking ist das neue Schwarz
Single Tasking ist das neue Schwarz

Single-tasking statt multi-tasking. Welche Mama kann das noch?

Die Mutter als Inbegriff des Multi-taskings

Ich konnte schon früher mehrere Dinge gleichzeitig tun und habe gern organisiert und Abläufe optimiert. Seit ich Mama bin hat sich diese Eigenschaft gefühlt potenziert. Mit einem Ohr und Auge ist man sowieso beim Nachwuchs (der meist irgendwelchen Schabernack anstellt). Mit den restlichen Körperteilen schmeisst man den Haushalt, räumt auf und hin und her, kauft ein, isst und trinkt wenn es gut läuft auch mal selbst. Wenn es ein richtig guter Tag ist schafft man vielleicht noch einen Blick in die Zeitung (natürlich online) oder den Anruf bei einer Freundin. Manchmal reicht es auch nur noch für eine WhatsApp.

An einem typischen Tag stehen wir auf, mahlen zuerst die Espressobohnen und setzen dann das Kännchen auf. Ohne einen grossen Milchkaffee morgens geht bei mir nämlich nüscht. Schön mit viel Milchschaum aus dem tollen Schäumer, den wir zu Weihnachten bekommen haben. Daran merkt man auch, dass man erwachsen wird. Wir haben einen Milchschäumer von WMF mit 700ml Fassungsvermögen. Adé Stabmilchschäumer, ha, das ist das Leben mit Kind.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, morgens lässt sich der Tag gemütlich an. Ausser Hausarbeit und spielen mit der Kleinen geht alles schön nacheinander. Ausgenommen natürlich der Erwachsenensachen und Erledigungen für einen selbst, aber das ist ein anderes Thema. Nachmittags wird dann das Mutitasking-Gen repliziert und aktiviert. Das Chaos des Tages gilt es zu beseitigen oder zumindest zu minimieren bevor der Mann heimkommt. Da wird parallel das Abendessen vorbereitet, die Spülmaschine ein-oder ausgeräumt, der Müll wegsortiert und der Tisch gedeckt. Nebenbei das Kind entertaint oder herumgetragen, wenn wieder einer dieser Tragetage ist (alles nur eine Phase habe ich gehört), die Wäsche von der Waschmaschine in den Trockner bugsiert.

Eins nach dem anderen.

Meine Tochter juckt das multitasken überhaupt nicht. Wie recht sie hat! Wenn sie spielt, dann spielt sie. Wenn sie isst, dann isst sie. Und wenn sie vorgelesen bekommt, dann ist sie ganz dabei (30 Sekunden lang). An ihr möchte ich mir ein Beispiel nehmen. Einfach im Hier und Jetzt sein. Eins nach dem anderen machen. Single-tasking. Das Frühstück geniessen. Die Kleine beobachten, wie sie in Gedanken versunken und hingebungsvoll die Haferflocken einzeln in ihr Wasserglas fallen lässt um zu beobachten, ob auch alle schwimmen können. Nicht schon beim Kaffee an das Aufräumen denken. Beim ins Bett bringen des Kindes nicht schon zu überlegen was man in der Stunde danac alles erledigen möchte. Einfach nur im Moment leben.

Single-tasking interessiert unsere Kinder überhaupt nicht
Single-tasking interessiert unsere Kinder überhaupt nicht

Trends setzen. Trends vorbeiziehen lassen.

Heutzutage sind ja alle vegan, hip und bio. Dabei Mompreneurs, achtsam, natürlich beim Yoga und immer hübsch geschminkt und pastellfarben zurecht gemacht. Das Kind natürlich im Partnerlook. Mit Mini-Uggs, 3 Meter Strickschal und Fell an der Kapuze. Die Muddi von heute bringt alles mit einem Lächeln unter einen Hut. Wischt Babykacke weg während sie kabellos mit dem Büro telefoniert und ihren Latte Macchiato rührt. Da mach ich nicht mit. A) Besitze ich genau zwei Schminkutensilien – Mascara und … oh das war’s schon. B) hasse ich telefonieren. C) Kommt bei mir praktisch vor schön.

Ich mach ab heute single-tasking. Eins nach dem anderen. Jetzt gerade schreibe ich diesen Blogbeitrag. Danach räume ich grob das Spielzeug vom Boden und decke den Tisch für das Abendessen. Anschliessend wird gekocht. Danach gemütlich gegessen. Im Anschluss wieder aufgeräumt. Dann gespielt. Zum Schluss gebadet. Und noch gemütlich gekuschelt und ein Buch gelesen. Ganz in Ruhe. Ich freu mich drauf.

 

Seid ihr auch schon beim single-tasken? Welche Trends lasst Ihr getrost vorbeiziehen? Ich freue mich von Euch zu hören.

Eure Laura

 

6 Kommentare

  1. Liebe Laura,
    ja, ich bin auch an dem Projekt Single-Tasking, da ich fest davon überzeugt bin, dass es meine Lebensqualität steigern könnte. Allerdings sieht das manchmal so aus: Wenn ich meinen Kaffe trinke, trinke ich meinen Kaffee. Halt nein, die Kinder streiten, da geh ich mal hin und schlichte. Ach herrje, sie haben alle Feuchttücher aus der Packung gerissen. Das muss ich noch schnell in Ordnung bringen. „Mama, wann liest du uns endlich vor? Du hast gesagt, wenn du den Kaffee getrunken hast, liest du uns vor!“ Kaffee? Ach ja, der wird ja ganz kalt! Ich zwinge mich wieder an den Tisch zu meinem Kaffee. Kleines Kind ruft „Mama, muss aufs Töpfchen“. Ok, schnell helfen. Oh, eine WhatsApp-Nachricht von einer Freundin „Treffen wir uns später auf dem Spielplatz?“ Noch kurz antworten. Naja, vielleicht kann ich dabei den Kaffee zu Ende trinken. Und die große Tochter darf schonmal mit ihrem Buch auf meinem Schoß platz nehmen, sie kann ja nichts dafür, dass ich ständig beim Kaffee trinken unterbrochen werde… Hihi.
    Ich war damals als Psychologiestudentin übrigens ganz überrascht, als wir gelernt haben, dass eigentlich keiner Multi-Tasking kann. Wir können nur zwischen zwei Aufgaben hin und her springen, aber niemals an zwei Dinge gleichzeitig denken. Das ist wohl der Grund, warum wir Mütter oft so zerstreut sind. Es ist einfach anstrengend und schwierig, dieses Multitasking. Aber mit dem Alter der Kinder steigen bestimmt auch unsere Möglichkeiten zum Single-Tasking wieder.
    Oh, das wurde jetzt lang. Aber es ist einfach ein spannendes Thema 🙂
    Liebe Grüße
    Lena

  2. Liebe Lena,
    vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich finde es sehr interessant, dass es gar nicht möglich ist Dinge gleichzeitig zu tun – das erklärt einiges Das single-tasking ist für mich aktuell manchmal auch eine Wunschvorstellung. Zumindest dient es als Denkanstoss oder Erinnerung den schönen Dingen einzeln Zeit zu widmen.

    Viele Grüsse,
    Laura

  3. Judith Judith

    Wenn ich auf der Yoga Matte mit Kaffee in der Hand zwischen zwei Sonnengrüßen deinen Blog lese ist wohl noch Luft nach oben beim Single-Tasking 😉

    Ich darf dich also beruhigen, auch ohne ablenkenden Zwerg ist die Konzentration auf nur eine Sache gefühlt unmöglich.

    • Liebe Judy,
      mich würde es nicht wundern, wenn Du parallel noch den Skiurlaub gebucht und den Brunch für das nächste Wochenende organisiert hättest 🙂
      Beim nächsten Ommmm denke ich an Dich!

      Bis bald hoffentlich,
      Laura

  4. ha den Milchaufschäumermoment, den hatte ich auch!
    Bei uns wird Milchschaum sehr zelebriert. Dafür nehmen meine Mädels und ich uns jeden morgen viel Zeit. Die Beiden mit einem Becher Milchschaum und ich mit meinem Kaffee und dann wird gemeinsam in Elternbett aufgewacht. Naja und dann startet der Wahnsinn… Eins nach dem anderen ist da auch mein Ansatz der manchmal besser und manchmal schlechter durchführbar ist.
    Liebste Grüße Clara

    • Liebe Clara,
      ein Versuch ist es auf jeden Fall wert. Der Start in den Tag mit Kaffee und einem Milchschaumkrönchen ist die beste Voraussetzung:)
      Gleich morgen geht’s los!
      Viele Grüsse,
      Laura

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